WAS DER KÖRPER ERINNERT

Die Aktualität des Tanzerbes gewinnt weltweit an Dynamik und Sichtbarkeit in Deutschland, vor allem durch die Aktivitäten von TANZFONDS ERBE in den Jahren 2011-2019.

Das Erbe der Tanzkunst ist immateriell. Dennoch schöpfen die zeitgenössischen Tänzer*innen und Choreograf*innen aus einer unglaublich reichen und kraftvollen modernen Geschichte, die mehr oder weniger das 20. Jahrhundert umfasst. Künstlerinnen wie Isadora Duncan, Mary Wigman oder Valeska Gert stehen für Emanzipation, die Befreiung aus Geschlechterrollen und Körperbildern, utopische Aufbrüche und politische Vereinnahmung, aber auch für gesellschaftlichen Widerstand. Ähnlich verhält es sich mit der Nachkriegsmoderne, mit dem Tanztheater in Deutschland, dem Butoh in Japan, dem Modern und Postmodern Dance in den USA oder dem zeitgenössischen Tanz in Frankreich und Belgien.

Sie alle bilden das „Jahrhundert des Tanzes“, dem die Akademie der Künste in Kooperation mit DIEHL+RITTER und der Kulturstiftung des Bundes im Spätsommer 2019 eine Ausstellung, ein Festival, einen internationalen Campus und ein Buch widmete, wohlwissend, dass dabei eine Perspektive aus Deutschland und Europa eingenommen wurde.

In der Veranstaltungsreihe in der Akademie der Künste am Hanseatenweg wurde das Erbe des Ausdruckstanzes, aber auch das von Merce Cunningham oder Tatsumi Hijikata bis hin zu Stücken von Anne Teresa De Keersmaeker und Xavier Le Roy als Gegenwartskunst aufgeführt.

> Weitere Infomationen und Programmübersicht

Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und dem Institut français Deutschland. In Zusammenarbeit mit Tanz im August - Internationales Festival Berlin und dem Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin. Ein begleitender Campus wird gefördert im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres Sharing Heritage.

Essay von Madeline Ritter und Franz Anton Cramer
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Der folgende Essay von Madeline Ritter und Franz Anton Cramer wurde in dem Reader „Das Jahrhundert des Tanzes“ (Alexander Verlag Berlin, 2019) veröffentlicht.

Statements zum Tanzerbe
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Der Tanz hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer der wichtigsten Kunstformen des westlichen Kanons entwickelt. Aber anders als z.B. die Bildende Kunst er hat keine Artefakte geschaffen, die in Museen bewahrt werden. Der Tanz, die ephemerste aller Künste, ist im wahrsten Sinne ein immaterielles Kulturgut. Die Bewahrung seines Erbes ist ohne die direkte Körperpraxis, ohne die Weitergabe von Tänzer*in zu Tänzer*in nicht denkbar. Dennoch gibt es – neben den Künstler*innen – auch eine Vielzahl anderer Menschen, die ihre Arbeit dem Kulturerbe Tanz widmen: Kurator*innen, Förderer, Lehrende, Theaterleiter*innen, Wissenschaftler*innen, Historiker*innen.
Anlässlich der Ausstellung „Was der Körper erinnert. Zur Aktualität des Tanzerbes“ in der Akademie der Künste haben wir sieben dieser „Erbeträger“ um ganz persönliche Statements gebeten, die wir im Folgenden für Sie zusammengetragen haben.

Reader "Das Jahrundert des Tanzes"
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JETZT ERHÄLTLICH:

„Das Jahrhundert des Tanzes“
Der Reader zur Ausstellung „Was der Körper erinnert.
Zur Aktualität des Tanzerbes“

Mit Beiträgen von Gabriele Brandstetter,
Franz-Anton Cramer, Johannes Odenthal,
Madeline Ritter u. a.

Akademie der Künste / Alexander-Verlag, Berlin 2019
deutsch/englisch
ca. 350 Seiten, 150 Abbildungen

ISBN 978-3-89581-510-2

€ 19,90

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