PROJEKTE

> DOKUMENTATION 2013

Im Interview sprechen Angela Guerreiro und Karen Schaffman über ihren persönlichen Zugang zum Judson Dance Theatre, den umfassenden Rechercheprozess, der dem Symposium voranging, sowie über Struktur und Inhalt ihrer Veranstaltung. (Englisches Interview)

Angela Guerreiro:
The Live Legacy Project

In ihrem Rechercheprojekt „The Live Legacy Project“ widmeten sich Angela Guerreiro und Karen Schaffman den zahlreichen Verbindungen zwischen dem zeitgenössischen Tanz in Deutschland und der Judson Dance Theatre Bewegung in New York. Die Ergebnisse mündeten in ein sechstägiges Symposium, das Choreografen, Tänzer, Studierende und Lehrende zusammenbrachte.

„The Live Legacy Project“ machte so ein Stück Tanzgeschichte in Workshops, Lectures, Filmen, Installationen und Performances erlebbar – erzählt mit den Stimmen derer, die die amerikanische Avantgarde des Embodiments seit den 1960er Jahren maßgeblich entwickelt und nach Deutschland gebracht haben. Zu den Gästen des Symposiums zählten u.a. Trude Cone, Pauline de Groot, Dieter Heitkamp, Eva Karczag, Martin Nachbar, Lisa Nelson, Mary O'Donnell, Ka Rustler, Nancy Stark Smith und Gabriele Wittmann.

Außerdem bieten die hier veröffentlichten Videos einen Einblick in einzelne Workshops des Symposiums, und es besteht die Möglichkeit, sich die Filmaufzeichnungen der Performances von Martin Nachbar und Lisa Nelson sowie einen Trailer zu Dieter Heitkamps Installation "Going into Contact" anzuschauen.

 

Channeling Judson Church
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Martin Nachbar sucht in diesem Solo nach Verbindungen zum amerikanischen Tanz und den alten Meistern der Judson Church. Es entsteht eine spielerische Hommage an tatsächliche und fiktive Vermächtnisse in Zeiten der Krise.

Martin Nachbar

Martin Nachbar, Jahrgang 1971, studierte an der SNDO, Amsterdam, in New York und an PARTS, Brüssel. Er war unter den ersten Absolventen des Amsterdam Master in Choreographie, AMCh. Seit 2001 hat er über 20 zum Teil sehr erfolgreiche Stücke choroegraphiert. Daneben hat er mehrfach über seine Arbeit geschrieben und unterschiedliche Fächer an Tanzhochschulen wie der SNDO, dem HZT, SEAD, PARTS, MA Performance Studies und LABAN unterrichtet. Seit mehreren Jahren arbeitet er eng mit dem belgischen Dramaturgen Jeroen Peeters zusammen, u.a. an den Stücken “Repeater” und “Animal Dances” und in dem Workshopformat “Backtracking”.

Go
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The Live Legacy Project: "Go" von Lisa Nelson und Scott Smith

Im Kern ein Kommunikationsformat, erlauben die Instrumente der Partitur „GO“ allen Spielern das Bild, die Zeit und den Raum zu justieren, um für sich Bedeutung zu erzeugen. Ihr Empfinden legt die Form im Zuge ihrer Entstehung frei und setzt den Tanz in Bewegung.

Die Instrumente der Partitur machen die Räume zwischen dem Zufälligen und dem Unvermeidlichen sichtbar, ein Improvisations-Puzzle sowohl für Zuschauende als auch Performende. Lisa Nelson und Scott Smith arbeiten seit den frühen 90ern zusammen und erforschen das Improvisations-Territorium von Tuning Scores, erstmals mit der Gruppe Image Lab in den USA. 2001 kreieren sie das Duo-Format GO, das sie auf Festivals in Großbritannien, Deutschland, den USA, Italien, Portugal, Frankreich und Polen gezeigt haben.

Lisa Nelson

Lisa Nelson ist eine Tanz-Schaffende, Improvisationskünstlerin, Video-Künstlerin und arbeitet als fachübergreifende Künstlerin. Seit den frühen 70ern versucht sie die Rolle der Gefühle sowohl in der Ausführung als auch in der Beobachtung der Bewegung zu erforschen. Sie tanzt, unterrichtet, und kreiert Tanz in verschiedenen Plätzen und auf vielen Kontinenten und pflegt Lanzeit Zusammenarbeiten mit verschiedenen Künstlern, wie Steve Paxton, Daniel Lepkoff, der Video-Künstlerin Cathy Weis und Image Lab, einem vielseitigen Research/Performance Ensemble. Im Jahr 1987 wurde sie mit dem NY“Bessie“ Dance und Performance Award und 2002 mit einem Alpert Award in the Arts ausgezeichnet. Seit 30 Jahren ist sie Mitherausgeberin von „Contact Quarterly, einem internationalen Tanzjournal. Außerdem leitet sie VIDEODA, ein Projekt für Videos über Improvisationstanz. Lisa Nelson lebt in den Bergen von Vermont (US).

Scott Smith

Scott Smith ist Komponist und Sound Designer mit Tanz- und Performance Hintergrund.
Er macht Theater, arbeitet in verschiedenen Bands, unterrichtet und kollaboriert mit einer großen Bandbreite an Künstlern. Er lebt in England, von wo aus er international arbeitet und für Tanz, Theater und Video komponiert.

Workshops
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The Live Legacy Project: Workshops

„Tuning Scores“ von Lisa Nelson
Alle Informationen zum Workshop finden Sie hier.

Workshop mit Trude Cone und Ka Rustler
Alle Informationen zum Workshop finden Sie hier.

Workshop mit Dieter Heitkamp
Alle Informationen zum Workshop finden Sie hier.

Workshop mit Gabriele Wittmann
Alle Informationen zum Workshop finden Sie hier.

Installation
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Going into contact

Eine Installation von Dieter Heitkamp

Der Fokus der Installation „going into contact_Eine permeable Spiralinstallation“ liegt auf der mittlerweile schon über 40 Jahre währenden Entwicklung der Contact Improvisation, der Verbindung zu anderen Bewegungsformen und den spezifischen Arbeitsweisen, die mit CI verbunden sind. going into contact unternimmt den Versuch, ein lebendiges Archiv zu kreieren, und untersucht die Frage, wie Archivmaterial für neue Tanzkreationen, ungewöhnliche Präsentationsformate und neue Vermittlungsweisen genutzt werden kann. Die Installation bildet außerdem den Rechercheprozess zu “The Live Legacy Project” ab. Ein spezifischer Apsekt dieser Projekte ist die kollektive Herangehensweise zur Entwicklung neuer Formen des Schaffens von und des Zugangs zu Körperwissen. Bestandteil von going into contact sind tägliche Performances von CI-Praktizierenden, die dafür Scores nutzen. Die Performer setzen sich in Beziehung zum Raum, zu Objekten, sich selbst, anderen Tänzern und dem Publikum, zu Konzepten, Methoden und Arbeitsweisen. Sie finden Spuren und Verbindungen zwischen Menschen, Ereignissen, Gegenständen, Zeitpunkten und Orten.

Konzept – Dieter Heitkamp
Kuratoren-Team – Dieter Heitkamp, Angela Guerreiro
Performer – David Bauer, Finn Lakeberg, Max Schumacher, Orla Mc Carthy, Gal Fefferman, Madeline Ferricks-Rosevear, Nadja Simchen, Laurin Thomas

Eine Kooperation von Global Contact Improvisation Archive (contactencyclopedia D / contact quarterly USA) & FLASK_ Frankfurt Living Archive for Social Kinesthetics mit Live Legacy Project/Tanzfonds Erbe, Tanzhaus NRW, Akademie der Künste Berlin, Tanzlabor_21/Tanzbasis Frankfurt_Rhein_Main, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und Tanzfabrik Berlin

Filmdokumentation
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Die Filmdokumentation des Live Legacy Projects ist eine Eigenproduktion von Angela Guerreiro. In Zusammenarbeit mit Karen Schaffmann, dem Deutschen Tanzfilminstitut Bremen und Help Images.

Aufführungstermine
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07.–12.07.2014 | tanzhaus nrw – Symposium
18.06.2016 | Tanzkongress Hannover,  Künstlerhaus Kino – Screening der Filmdokumentation (gefördert durch die TANZFONDS ERBE-Gastspielförderung)

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