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Forschungs­projekt Sacharoff

Clotilde von Derp (1892 – 1974) und Alexander Sacharoff (1886 – 1963) waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das weltweit berühmteste Tanzpaar. Von München aus starteten sie eine internationale Karriere und lösten in der ganzen Welt wahre Begeisterungsstürme aus. Das Leben und Wirken der beiden spiegelt nicht nur die Tanzgeschichte, sondern die Kunst- und Kulturgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts wider.

Kein geringerer als Rainer Maria Rilke bezeichnete sie als „Poeten des Tanzes“. Das Tänzerpaar steht für einen beispiellosen Brückenschlag von der Malerei zum Tanz. Ihr neuartiger Tanzstil bestach insbesondere durch die Orientierung an Tanzposen aus der bildenden Kunst der Antike und Renaissance, die Anlehnung an Rollenspiele und eigens entworfene Kostümierungen. Und so prägten die Sacharoffs die Erneuerung der Kunst in entscheidender Weise mit.

Die Regisseurin Stella Tinnbergen begibt sich in ihrem Dokumentarfilm „Poeten des Tanzes – Die Sacharoffs“ auf die Spuren der beiden Ausnahmekünstler und forscht nach ihren Spuren in der deutschen Tanzgeschichte. Grundlage für ihre umfassende Recherchearbeit waren neben Zeitzeugeninterviews und bekannten Materialien wie Fotos, Kostüme, Notationen und Filmaufnahmen auch bisher unveröffentlichtes Material wie z.B. die Tagebücher der Sacharoffs.

Für TANZFONDS entstand eine eigene Schnittfassung des Films mit dem Titel „Forschungsprojekt Sacharoff“ (siehe oben). Hier richtet sich der Fokus vor allem auf die von Prof. Dr. Claudia Jeschke erarbeiteten Rekonstruktionen einzelner Sacharoff-Tänze, die das Herzstück des Films bilden.