PROJEKTE

> DOKUMENTATION 2017

Header Image Afectos Humanos von Dore Hoyer

© Yan Revazov

Nils Freyer:
Afectos Humanos von Dore Hoyer

Dore Hoyer gilt als die wichtigste deutsche Solistin des modernen Tanzes von den 1930er bis zu den 1960er Jahren. 1911 in Dresden geboren, erhielt sie ihre Ausbildung bei Ilse Homilius, einer Absolventin von Hellerau-Laxenburg, und bei Irma Steinberg an der Gret Palucca Schule in Dresden.

Nach ihrem Examen 1931 entwickelte sie mehrere Solotanzabende, arbeitete als Ballettmeisterin am Oldenburgischen Landestheater und tanzte in verschiedenen Kompanien, u.a. in der neu gegründeten Gruppe von Mary Wigman.
Im Juni 1945 zieht sie in die ehemalige Wigman-Schule in Dresden und gründet dort gemeinsam mit Til Thiele, Nora Friedrich und dem Pianisten und Komponisten Ulrich Kessler ein eigenes Tanzstudio. Nachdem sie jedoch in Konflikt mit den kulturpolitischen Vorstellungen der SED kommt, verlässt sie die Stadt.
In den Jahren von 1949 bis 1957 war sie u.a. als Ballettmeisterin an der Staatsoper Hamburg und als Regisseurin tätig. 1957 vermittelte Mary Wigman sie zum zehnten American Dance Festival, wo sie mit Martha Graham, Doris Humphrey und José Limón arbeitete. Nach einem längeren Aufenthalt in Südamerika kehrte sie 1962 nach Deutschland zurück, wo sie den Tanzzyklus „Afectos Humanos“ nach Texten von Spinoza und zu Musik von Dimitri Wiatowitsch entwickelte.

Nach dem Freitod der Künstlerin im Jahr 1967 gab ihre enge Vertraute Waltraud Luley die Choreografie u.a. an Susanne Linke, Arila Siegert und Martin Nachbar weiter und übertrug die Rechte an das Deutsche Tanzarchiv Köln.

Nun hat der junge Berliner Tänzer Nils Freyer den Zyklus erneut einstudiert. Künstlerisch assistiert hat bei Einstudierung neben Susanne Linke, die ehemalige Solistin der Komischen Oper und Absolventin der Palucca-Schule, Heike Keller.

Gemeinsam mit den "Bach-Präludien" von Marianne Vogelsang, die Nils Freyer ebenfalls im Rahmen von TANZFONDS ERBE einstudiert hat, werden die "Afectos humanos" von Dore Hoyer in einem gemeinsamen Kammertanzabend präsentiert.

Credits
MEHR

Choreografie – Dore Hoyer
Tanz – Nils Freyer
Musik – Dimitri Wiatowitsch
Klavier – Ulrike Buschendorf
Schlagzeug – Marco Philipp

Einstudierung – Susanne Linke, Heike Keller
Dramaturgie – Ralf Stabel

Filmaufzeichnung
MEHR

Die Aufzeichnung zeigt die Premiere am 13.05.2018 in der Akademie der Künste, Berlin

Aufführungstermine
MEHR

Als Double Bill mit den „Fünf Präludien von Marianne Vogelsang“

 

 

BILDERGALERIE

DAS KÖNNTE SIE AUCH
INTERESSIEREN:

Interview: Christoph Winkler

In seinem Stück „Dance!Copy!Right?“ fragt Choreograf Christoph Winkler, ob es überhaupt ein Urheberrecht an der menschlichen Bewegung geben kann. Ein Interview mit Klaus Kieser.MEHR

The Art of Movement

Der Film der jungen Tänzerin Boglárka Börcsök setzt sich mit einem Stück deutsch-ungarischer Tanzgeschichte auseinander und beschäftigt sich mit der Bewegung des Körpers im Kontext politischer Ideologien.MEHR