PROJEKTE

> DOKUMENTATION 2013

Die Projektdokumentation (siehe oben) gibt Einblick in die Probenarbeit zu „Tracing Isadora“, Kurator Jan-Phillip Possmann erläutert die Begleitausstellung über Körperbilder der Wilhelminischen Zeit, und die Tanzwissenschaftlerin Janine Schulze rekonstruiert anhand historischen Quellenmaterials Isadora Duncans Auftritt in Mannheim.

Nationaltheater Mannheim:
Tracing Isadora

Das Ballett des Nationaltheaters Mannheim widmete sich der Pionierin des Modernen Tanzes, Isadora Duncan. Der Tanzabend "Tracing Isadora" wurde flankiert von einem Rahmenprogramm aus Lecture Performances, offenen Proben, einer Ausstellung und einem historischen Filmprogramm. Das Projekt wurde mit zahlreichen Partnern realisiert wie die Akademie des Tanzes, die Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Mannheim, die Reiss-Engelhorn-Museen, das Stadtarchiv, die Kunsthalle Mannheim, die Stadtbibliothek sowie das Atlantis-Kino.

Das umfangreiche Vorhaben nahm Isadora Duncans Auftritt in Mannheim im Jahr 1907 – anlässlich des 300-jährigen Stadtjubiläums – zum Ausgangspunkt und reflektierte das Selbstverständnis einer modernen Industriestadt, die sich seinerzeit in Duncans Tanz repräsentiert sah. Für das „Attische Fest“ tanzten Isadora Duncan und ihre Schülerinnen am 12. Juli 1907 bei Einbruch der Dunkelheit ein Programm aus Solo und Gruppentänzen. Bis zu 15.000 begeisterte Zuschauer sollen die Vorstellung auf dem eigens für diesen Auftritt gebauten Podium im Wasserbassin des Friedrichplatzes gesehen haben.

Knapp 100 Jahre später folgte die Choreografin Dominique Dumais mit ihrer Neukreation „Tracing Isadora“ Duncans Credo, Bewegungen nicht zu kopieren oder allein unter ästhetischen oder virtuosen Aspekten zu erzeugen, sondern den individuellen Körper und sein physiologisch-emotionales Potential ins Zentrum der Bewegungsrecherche zu rücken.

Experteninterview mit Janine Schulze
MEHR

Im Experteninterview spricht Janine Schulze über Isadora Duncans Bedeutung für die Tanzentwicklung im 20. Jahrhundert, ihre Tanzästhetik und Tanzphilosophie, die Emanzipation der Frau als Künstlerin sowie über Körperpolitik im Zeitalter der Industrialisierung.

Dr. Janine Schulze ist Tanzwissenschaftlerin und Duncan-Expertin.

Biografie

Dr. Janine Schulze, geboren 1969 in Bielefeld. Studium und Promotion am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Universität Gießen. 1995 bis 1997 Doktorandin im Graduiertenkolleg “Geschlechterdifferenz und Literatur” an der Ludwig Maximillian Universität München. 1997 Promotion an der Universität Gießen (bei Prof. Dr. Gabriele Brandstetter).

1998 bis 2000 Postdoktorandin des Graduiertenkollegs “Theater als Paradigma der Moderne”, an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Publikationen u. a.: Dancing Bodies Dancing Gender – Tanz im 20. Jahrhundert aus der Perspektive der Gender-Theorie (1999); Mouving Thoughts – Tanzen ist Denken (2003 hrsg. gemeinsam mit Susanne Traub); Are 100 Objects Enough to Represent the Dance. Zur Archivierbarkeit von Tanz (Hg. 2010). Forschungsschwerpunkte: Tanz und Gender Studies, Tanz und Archiv, Tanz und Film.

Seit 1998 Dozentin für Tanzwissenschaft und Tanzgeschichte an zahlreichen Universitäten, u. a. FU Berlin, Universität Leipzig, Universität Mainz, Palucca Schule Dresden, Universität Bern. 1994 bis 1999 eigene choreographische Arbeiten (vorwiegend gemeinsam mit Jochen Roller). April 2000 bis Dezember 2011 Geschäftsführerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Tanzarchiv Leipzig e.V. Seit 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft und dem Studienbüro der Fakultät Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften in Leipzig.

Programmheft
MEHR

Programmheft Tracing Isadora

Credits
MEHR

Konzept und InszenierungDominique Dumais
Choreografie – Dominique Dumais

entwickelt mit Michelle Cheung, Zoulfia Choniiazowa, Malthe Clemens, Maria Eugenia Fernández, Miguel González Muelas, Julia Headley, Davidson Jaconello, Dávid Kristóf, Hitomi Kuhara, Tyrel Larson, Brian McNeal, Carolinne de Oliveira, Julie Pécard, Luis Eduardo Sayago, Agata Zajac

Musikalische Leitung – Joseph Trafton
Bühne, Kostüme und Video – Tatyana van Walsum
Licht – Bonnie Beecher
Klavier 1. Akt – Rainer Böhm

Es spielte das Nationaltheaterorchester.

Filmaufzeichnung
MEHR

Aufzeichnung des Ballettabends vom 10. Mai 2014 am Nationaltheater Mannheim.

Aufführungstermine
MEHR
  • 28.02.2014 | Nationaltheater Mannheim (NTM) – Premiere
  • 07.03.2014 | Nationaltheater Mannheim
  • 09.03.2014 | Nationaltheater Mannheim
  • 21.03.2014 | Nationaltheater Mannheim
  • 08.04.2014   Institut für Stadtgeschichte –  Vortrag von Ulrich Nieß,
  • 11.04.2014 | Nationaltheater Mannheim
  • 17.04.2014 | Nationaltheater Mannheim
  • 09.05.2014 | Nationaltheater Mannheim –  Vortrag von Rudolf zur Lippe
  • 10.05.2014 | Nationaltheater Mannheim
  • 11.05.2014 | Atlantis-Kino –  Filmbiografie von Karel Reisz
  • 14.05.2014 | Atlantis-Kino – Tanzstummfilm von Etiévant/Nalpas
  • 17.05.2014| Atlantis-Kino –  Tanzkurzfilme
  • 30.05.2014 | Nationaltheater Mannheim
  • 08.06.2014 | Nationaltheater Mannheim
  • 15.06.2014 | Nationaltheater Mannheim
  • 28.06.2014 | Nationaltheater Mannheim
  • 29.06.2014 | Nationaltheater Mannheim – Vortrag von Katja Schneider
  • 09.07.2014 | Nationaltheater Mannheim

BILDERGALERIE

DAS KÖNNTE SIE AUCH
INTERESSIEREN:

Anita Berber – Retro/­Perspektive

Die Tanzikone der 1920er kennen die meisten nur für ihre Skandale. Dabei war „die Berber“ ein Star mit großem Können. Das Festival von und mit MS Schrittmacher widmete sich ihr als Tänzerin.MEHR

Wind von West (Cantata)

Die Choreografie ist der erste Teil des dreiteiligen Stravinsky-Abends „Frühlingsopfer“. Er wurde mit Tänzern der Folkwang Hochschule und der New Yorker Julliard School rekonstruiert.MEHR