PROJEKTE

> DOKUMENTATION 2013

Saša Asentić und Ana Vujanovic über Jean Weidt, die politische Dimension von Tanz und warum Revolution nicht performed werden kann. (Englisches Interview)

Saša Asentić:
Revolution won't be performed

„Kunst ist nicht ein Spiegel, den man der Wirklichkeit vorhält, sondern ein Hammer, mit dem man sie gestaltet“: Ausgehend von dem kommunistischen Choreografen – und geborenen Barmbeker – Jean Weidt und seiner Gruppe „Die Roten Tänzer“ entwarfen Ana Vujanovic und Saša Asentić eine kritische Reise durch die letzten Revolutionen der europäischen Gemeinschaft.

REVOLUTION WON'T BE PERFORMED befragte die Rolle von Tanz und Performance in diesen Schwellenmomenten der Geschichte. Kampnagel Hamburg präsentierte die Uraufführung des Projektes, das die Darstellbarkeit von Revolution, die Verbindung von Tanz, Krieg und Arbeit sowie die Rolle von Kunst in der heutigen und der morgigen Gesellschaft thematisierte.

Im Interview (siehe oben) sprechen Ana Vujanovic und Saša Asentić über Jean Weidt, die politische Dimension von Tanz und über die Tatsache, dass Revolutionen nicht auf der Bühne stattfinden können.

Die Filmaufzeichnung zeigt einen Ausschnitt aus der Aufführung vom 29. November 2013.

Saša Asentić ist Performance-Maker und Kulturarbeiter; war von 2011 - 2013 Stipendiat der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart; Artistic Director von Per.Art, Novi Sad.

Ana Vujanovic ist Theoretikerin der Darstellende Künste, Dramaturgin, Mitglied des Editorial Collective von TkH [Walking Theory], einer theoretisch-künstlerischen Plattform in Belgrad.

Workbook
MEHR

Das Workbook ist die projekteigene Dokumentation von Ana Vujanovic und Saša Asentić. Sie wurde von Heike Bröckerhoff und Katarina Popovic produziert.

Filmaufzeichnung
MEHR

Aufführung vom 29. November 2013**

Projekt initiiert von – Saša Asentić
Konzept – Ana Vujanovic und Saša Asentić
Art Direktion – Saša Asentić
Dramaturgie – Ana Vujanovic
Choreografie – Alexandre Achour, Saša Asentić und Olivera Kovacevic Crnjanski
Video – Marta Popivoda
Webseite – Milan Markovic Matthis
Dramaturgische Assistenz – Heike Bröckerhoff
Videoschnitt – Nataša Damnjanovic
Kollaboration und Performance – Alexandre Achour, Saša Asentić, Heike Bröckerhoff, Dragana Bulut, Zeina Hanna, Olivera Kovacevic Crnjanski, Marta Popivoda, Helen Schröder und Ana Vujanovic
Besonderer Dank an – Melanie Zimmermann, Amelie Deuflhard, Claire Verlet, Caroline Spellenberg, Bojana Cvejic, Nebojša Dimitrijevic, Isabel de Naveran, Gigi Argyropoulou, Ben Evans und Gabriele Ruiz.

REVOLUTION WON’T BE PERFORMED wird unterstützt von der Kulturstiftung Hamburg, Akademie Schloss Solitude und dem European People’s Movement „Solidarity for Greece“.

 

**“Das Einheitsfrontlied“ und „Lied über Frieden“ von Hanns Eisler mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Verlags für Musik, Leipzig.

logo-breitkopf

European People's Movement
MEHR
Sub Topic Image 3:Revolution won't be performed

European People’s Movement

Ein großer Kampf wird heute ausgetragen, ein weiterer Krieg gegen die Menschen. Die neuesten Bestrebungen, selbst den letzten Flecken öffentlichen Raums zu privatisieren, ebenjene Rechte zu annullieren, für die schon Generationen vor uns gekämpft haben, und die Umwelt zu zerstören, die uns ernährt – all das ist nur die Spitze des Eisbergs. In der Tat liegt die Wahrheit tiefer. Die Kräfte des Kapitals nutzen noch immer dieselben Taktiken, um uns zu bezwingen: Sie versuchen uns auseinanderzubringen, uns nach den alten national-staatlichen Grenzen und nach den neuen inneren Grenzen, die durch die jüngste Migrationswellen entstanden sind, zu trennen.

Diese Taktiken haben sich in den letzten 30 Jahren als effektiv herausgestellt, aber die bloße Existenz unserer Bewegung beweist, dass sie es nicht länger sind. Es sind heute 8 Millionen unserer Kämpfer in Europa im Einsatz. Dennoch können wir keinen klaren Ursprung unserer revolutionären Bewegung ausmachen, weder einen bestimmten Zeitpunkt, noch ein bestimmten Ort. Sie ist durch all die Siege, die wir im letzten Jahrhundert errungen haben, gewachsen, während wir aus den Fehlern gelernt haben, die in unserem Namen begangen wurden. Es gab viele Nachbeben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das Größte darunter die 68er, aber seit den großen Konflikten Anfang des 21. Jahrhunderts – den Kämpfen von Seattle, Prag, Genua – scheint es, als sei die große, vereinende Erzählung der „Gemeinschaft“ verschwunden.

Während dieser Zeit haben wir nicht nur die Kämpfe anderer Menschen verfolgt. Unsere Bewegung hat sich aus dem Verständnis heraus entwickelt, dass diese Kämpfe der Anderen UNSERE Kämpfe sind: die Bauernbewegung in Brasilien; die Maoisten in Indien; Zapatistas, die eine ganze Generation von Aktivisten inspiriert haben; queere und feministische Gruppen in Osteuropa; und andere prekäre und aufständische Gruppen und Einzelpersonen weltweit. Wir mussten uns zunächst gegenseitig in unseren Handlungsweisen und Methoden inspirieren, in unseren politischen Ansätzen und unserer Art zusammenzukommen und zusammenzuleben, bevor unsere revolutionäre Bewegung werden konnte, was sie heute ist.

Und heute, wieder: Es geht ein Gespenst um in Europa und lehrt die Armeen der alten Hure das Fürchten, denn unser 8,4 Millionen starkes Netzwerk aus Arbeiter-/Bauerngenossenschaften, Urban Guerilla-Kollektiven und Hacker-Gruppen unter dem neuen Namen The Commune hat die Kraft, zu verteidigen, was vom Allgemeingut noch übrig ist – bereit, sich zurückzuholen was immer schon unseres war.

 

Credits
MEHR

Projekt initiiert von – Saša Asentić
Konzept – Ana Vujanovic und Saša Asentić
Art Direktion – Saša Asentić
Dramaturgie – Ana Vujanovic
Choreografie – Alexandre Achour, Saša Asentić und Olivera Kovacevic Crnjanski
Video – Marta Popivoda
Webseite – Milan Markovic Matthis
Dramaturgische Assistenz – Heike Bröckerhoff
Videoschnitt – Nataša Damnjanovic
Kollaboration und Performance – Alexandre Achour, Saša Asentić, Heike Bröckerhoff, Dragana Bulut, Zeina Hanna, Olivera Kovacevic Crnjanski, Marta Popivoda, Helen Schröder und Ana Vujanovic

Aufführungstermine
MEHR
  • 27.11.2013, 19:30 Uhr, Kampnagel Hamburg – Premiere
  • 28.11.2013, 19:30 Uhr, Kampnagel Hamburg
  • 29.11.2013, 19:30 Uhr, Kampnagel Hamburg
  • 21./22.09.2015, Gastspiel am Ungarischen Staatstheater „Csiky Gergely“, Temeswar, Rumänien (gefördert durch die TANZFONDS ERBE-Gastspielförderung)
  • 17./18.09.2015 / 9.12.2015 / 11.-14.03.2016, Gastspiel am Nationaltheater Serbien, Novi Sad (gefördert durch die TANZFONDS ERBE-Gastspielförderung)

BILDERGALERIE

DAS KÖNNTE SIE AUCH
INTERESSIEREN:

Tausend Grüsse

Das Ballett Koblenz unter der Leitung von Steffen Fuchs hat zwei Choreografien von Uwe Scholz – „Dans la Marche“ und „1000 Grüße“ – neu einstudiert. Fuchs rundete den Abend mit einer Hommage an Scholz ab.MEHR

Zigaretten­bilder

Zigarettenbilder waren die Vorläufer der heute beliebten Stickeralben und Teil der Alltagskultur der Weimarer Republik. Ein Album aus dem Jahr 1933 zum Modernen Tanz hat TANZFONDS digitalisiert.MEHR