PROJEKTE

> DOKUMENTATION 2012

Die Projektdokumentation gibt in Probenausschnitten und Gesprächen einen Einblick in Reinhild Hoffmanns Rekonstruktions- und Arbeitsprozess mit den jungen Tänzerinnen des Theater Bielefeld.

Theater Bielefeld / Reinhild Hoffmann:
Auch

Für das Theater Bielefeld studierte die Choreografin Reinhild Hoffmann ihr Duett „Auch“ aus dem Jahr 1980 mit zwei Tänzerinnen des Ensembles neu ein. „Auch“ war in Bielefeld Teil eines dreiteiligen Tanzabends zum Thema „Deutsches Tanztheater“, der auch das Duett „Effekte“ von Susanne Linke und „Pixelmen“ von Henrietta Horn zeigte.

Reinhild Hoffmanns Duett wird von zwei Frauen getanzt, die vollkommen gleichberechtigt interagieren. Duo-Choreografien wurden in der Tanztheaterbewegung häufig vernachlässigt, deswegen bekam das Publikum mit „Auch“ die seltene Möglichkeit, diese Tradition auf der Bühne zu erleben.

Die Uraufführung von „Auch“ fand am 13. September 1980 im Theater am Goetheplatz, Bremen, Concordia statt. Neben Reinhild Hoffmann, die auch für die Ausstattung des Stücks verantwortlich zeichnete, tanzte Geta Bahrmann.

Die Aufführung wurde damals vom Deutschen Tanzfilminstitut Bremen dokumentiert und ist auch dort archiviert.

Filmaufzeichnung
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Aufzeichnung der Premiere vom 27. Oktober 2012 am Theater Bielefeld. Leider können wir nur eine geschnittene Fassung des Abends zur Verfügung stellen, da die einminütige Videoeinspielung der Urfassung von „Auch“ aus dem Jahr 1980 aus urheberrechtlichen Gründen nicht online gezeigt werden kann.

Programmheft
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Programmheft zur Premiere von "Tanztheater von Reinhild Hoffmann, Susanne Linke und Henrietta Horn" am 27.10.2012 am Theater Bielefeld

„Auch“ in grafischer Bearbeitung
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„Auch“ in grafischer Bearbeitung

Das Duett »Auch«, choreografiert von Reinhild Hoffmann im Jahr 1980 und rekonstruiert im Winter 2012 am Tanztheater Bielefeld, bildet die Basis für Alexander Katchkos gleichnamige Abschlussarbeit. Ausgehend vom Thema Duett entwickelt Katchko eine dynamische Visualisierung der Tanzbewegungen, die in Buchform präsentiert wird. Sowohl das Buch als auch das Duett folgen dabei einer narrativen Strenge: Im Duett „Auch“ wird der Raum für die Tänzerinnen und deren Bewegungen klar definiert. Im Buch wiederum sind es grafische Haikus mittels derer die Tanzbewegungen lesbar gemacht werden.

Alexander Katchko

Geboren 1986 in Kasachstan, absolvierte 2013 sein Studium an der Fachhochschule Bielefeld für Gestaltung unter der Leitung von Prof. Dirk Fütterer und Prof. Kirsten Wagner. Alexander Katchko gibt Breakdance-Workshops und arbeitet als freier Gestalter mit dem Schwerpunkt konzeptionelle Gestaltung.

Credits
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Choreografie – Reinhild Hoffmann
Tanz – Hsuan Cheng, Elvira Zuñiga
Bühne und Kostüme – Reinhild Hoffmann / Alfred Peter
Musik – György Ligeti: Konzert für Violoncello, 1. Satz
Licht – Peter Lorenz
Dramaturgie – Diether Schlicker
Trainingsleitung und choreografische Assistenz – Susan McDonald, Michael Langeneckert
Abendspielleitung – Susan McDonald
Tanztheater-Korrepetition – Evelyn Knorre-Bogdan
Ausstattungsassistenz – Linda Siegismund
Technische Direktion – Reinhard Hühne
Technische Produktionsleitung/Werkstattleitung – Karl Franz
Knappe
Technische Einrichtung – Rolf Mitschke
Inspizienz – Michela Saulig, Thomas Scharf
Ton – Thomas Noack, Christian Frees, Falko Heidemann, Michael Stellbrink
Video – Laura Lenz, Falko Heidemann
Masken und Frisuren – Ute Köring
Leiter der Kostümabteilung – Thomas Wittland
Kostümassistenz – Edip Acikyol, Katja Menninger
Gewandmeisterinnen – Katrin Mondorf, Silke Wille
Requisite – Anke Freyer
Vorstand des Malersaals – Edgar Hahn
Premiere – 27.10.2012, Stadttheater Bielefeld

deufert&pliscke im Gespräch mit Reinhild Hoffmann
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In seinem Gespräch mit Reinhild Hoffmann über die Produktion „Auch“ sucht der Künstlerzwilling deufert&plischke vor allem den Vergleich von Original (1980) und Rekonstruktion (2012) des Duettes sowie die historische Dimension und Zeitschichtung der 30 jährigen Geschichte des Stückes.

Somit liegt der Fokus weniger auf der Frage nach der Aktualität des Stückes als nach Veränderungen und Verschiebungen ästhetischer Wahrnehmung und choreografischer Sichtweisen auf Tanzmaterial, das – nahezu gleich gesetzt – doch zwei ganz unterschiedliche Theatersituationen erzeugt.

Einmal mehr entblößt sich in dieser Rekonstruktion, dass ein linearer Blick auf die Geschichte zeitbasierter Künste keinen Aufschluss geben kann über das, was war, ist und sein wird. Das Erbe des Tanzes lässt sich nicht in der Analyse einer historischen Zeit erkennen, sondern verdichtet sich – im Fall des Werkes der Choreografin Reinhild Hoffmann – in der Zeit der Aufführung selbst. Zeit staut sich an und auf im Blick der Betrachter.

Kattrin Deufert und Thomas Plischke (gemeinsam der Künstlerzwilling deufert&plischke) leben und arbeiten in Berlin. In den letzten 10 Jahren realisierten sie zahlreiche Theaterprojekte, die sich mit Situationen künstlerischer Produktion und der komplexen sozialen Dynamik und Logistik künstlerischer Prozesse befassen. Ihre Arbeiten reichen über den Rahmen von Tanz und Theater hinaus und fokussieren die individuelle Teilhabe und den sozialen Alltag im künstlerischen Geschehen. In ihren Arbeiten entstehen immer unterschiedliche künstlerische Umgebungen, die den Alltag aufheben, indem sie ihn umfassend in die Kunst integrieren und aufarbeiten.

In enger Zusammenarbeit mit befreundeten KünstlerInnen und TheoretikerInnen (u.a. Marcus Steinweg, Alain Franco, Jeroen Peeters, Sandra Noeth, Elke van Campenhout)entstanden in den letzten Jahren die Anarchiv-Serie (2008–11, u.a. Kaaitheater Brüssel, Kampnagel Hamburg, Tanzquartier Wien), die Emergence Rooms (2010, u.a. Mumok Wien, Triennale Hasselt, Kunstverein Stuttgart) und das Entropische Institut (2012, Berlin und Sofia). Alle Arbeitsserien spannen thematisch weite Bögen von den Ursprüngen griechischer Mythologie (der Arachne Mythos, der Hermaphrodit, die Medusa) bis zu den dringenden Fragen unserer Zeit: wie kommunizieren wir in und teilen eine Gemeinschaft der Fremden?

deufert&plischke vermitteln ihre Kompositionsweise Reformulieren seit 11 Jahren an Kunsthochschulen im In- und Ausland. 2006 und 2008 übernahmen sie jeweils künstlerische Gastprofessuren an der Universität Hamburg (MA Studiengang Performance Studies) und an der JLU Giessen (Institut für Angewandte Theaterwissenschaft).
Seit 2010 sind sie Professoren im BA Studiengang Tanz, Kontext, Choreografie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin.

Vor ihrer Begegnung in Brüssel 2001 studierte Kattrin Deufert Theaterwissenschaft in Frankfurt am Main, arbeitete als freie Radioredakteurin im Hessischen Rundfunk und promovierte sich 2001 an der FU Berlin mit ihrer Disserationsschrift John Cages Theater der Präsenz. Thomas Plischke arbeitete nach seiner Ausbildung bei P.A.R.T.S in Brüssel als Choreograf und tourte international erfolgreich mit seinen 3 Soloarbeiten und mehreren Gruppenstücken.

Aufführungstermine
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BILDERGALERIE

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